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Absolut starker Abend
Heike Weiler
 
Der Abend mit der Doppelspitze Regner / Grosch hielt nicht nur das
was er versprach, sondern übertraf die Erwartungen bei weitem.
Zum
Abschlusskonzert der „Absolute Straight Tour“ am doch recht frühen
Abend des 14.06. sind erwartungsgemäß viele Kinder und Jugendliche
erschienen, aber auch Erwachsene jeden Alters (Männer wie Frauen)
sind vertreten und auch solche, die ohne Alibikind ;) erschienen
sind.

Als Tobias Regner kurz nach 18.00 Uhr die Bühne betritt um sein
Album „Straight“ vorzustellen, ertönt ohrenbetäubender Lärm, das
Publikum kreischt, klatscht, die Arme werden nach oben gerissen
und bei so manchem Fan verbleiben sie dort auch die nächsten
Stunden. Schon bei den ersten Songs haben die Eltern vergessen,
dass sie eigentlich ja nur mitgekommen sind um auf die „Kleinen“
aufzupassen, auch sie schwenken die Arme und können nicht still
stehen.
Viele sind textsicher, singen mit und das nicht nur wenn Regner
sie dazu auffordert und das Mikro in die Menge hält. Immer wieder
animiert er das Publikum, die Arme hochzunehmen und
mitzuklatschen. „I Still Burn“ ertönt und es erschallt ein Chor,
an dem Gotthilf Fischer seine wahre Freude hätte. Wirklich jeder
scheint hier lautstark mitzusingen.
Nach ca. 1 Stunde inklusive Zugabe verabschiedet sich Tobias
Regner und die volle Halle leert sich, die Mike Leon Grosch Fans
drängen in Richtung Bühne – Umbaupause.
Es
wird dunkel, Nebel erobert die Bühne, Scheinwerferlicht
durchdringt diesen, eine schemenhafte Gestalt zeichnet sich ab –
Mike Leon Grosch. Die Halle ist nur noch halb voll, dass ändert
sich jedoch schlagartig wieder. Es hat nur ein Wechsel
stattgefunden. Nach erfrischenden Getränken stehen die Regner-Fans
nun in der zweiten Hälfte der Halle.
Der
Geräuschpegel schnellt nach oben. Plakate werden hochgehalten, ein
riesiges fordert sich Grosch ein und stellt es auf die Bühne.
Wieder gibt es viele, die die Songs von Grosch’s Album „Absolute“
lautstark mitsingen. Als Grosch seinen Singlehit „Don’t Let It Get
You Down“ anstimmt, ertönt abermals ein 1500köpfiger Chor, die
Halle ist ein Meer von Armen, ein Kuscheltier findet seinen Weg
auf die Bühne. Grosch bedankt sich bei seinen Fans für eine tolle
Tour, eine unvergessliche Zeit, was immer die Zukunft auch bringen
mag. Ausdrücklich bedankt er sich bei den Fans, die sie auf der
gesamten Tour begleitet haben. Aber für Wehmut, die sich in
Grosch’s Gesicht widerspiegelt, bleibt keine Zeit, der nächsten
Song folgt. Grosch springt in den Graben, schüttelt Hände, fordert
zum Mitsingen auf, winkt seinen Fans zu. Die Zeit schnellt dahin
und natürlich wird auch Grosch nicht ohne Zugabe entlassen!
Passend zur WM erscheint er mit einer Deutschlandflagge in der
Hand und sagt: „Ihr kommt noch alle rechtzeitig zum Spiel nach
Hause. Aber das scheint hier nicht wirklich jemanden zu
interessieren. Fahne schwenkend läuft er über die Bühne und ruft:
„3 : 0 für Deutschland“ (Anm.: Grosch's Tipp zum WM Spiel Deutschland – Polen). Nach
„Loves Divine“ fragt er: „Können wir noch einen?“ Kurze
Verständigung zwischen Patrick Fa (Drums) und Mike Leon Grosch,
der dann sagt: „Bei DSDS durfte ich nie Lenny Kravitz singen –
‚Mike, du bist kein Rockstar, du bist ein Schmusesänger’ –
(schreit) von wegen“ und Grosch heizt der ohnehin schon dampfenden
Menge mit „Are You Gonna Go My Way“ mächtig ein. Rockiger als das
Original und mit solch einer mächtigen Stimme und soviel Energie,
die Lenny Kravitz nur blass aussehen lassen können. Der Saal tobt
und mit dieser Nummer beweist Grosch, dass er keineswegs nur ein
Schmusesänger ist, sondern, dass er viel mehr in Petto hat, wenn
man ihn lässt!
Schließlich stimmt Grosch „I Still Burn“ an und Regner erscheint
abermals auf der Bühne. Gemeinsam verabschieden sie sich mit
diesem Song von ihrem Publikum, von dieser Tour.
Wie
beim letzten Konzert einer Tour üblich, werden alle Beteiligten
auf die Bühne geholt, sich bedankt und verabschiedet. Auch wie
üblich haben sich die Crewmitglieder ein paar Gags einfallen
lassen, wie eine ganz spezielle
Setlist
und einen Tourabspann wie im Kino, bei dem alle Beteiligten unter
Zusatz des Spitznamens o.ä. genannt sind. Die Bands stehen
ergriffen am Rand der Bühne, verfolgen den Abspann bis der letzte
Name verschwindet, fallen sich immer wieder in die Arme und Grosch
richtet sich noch einmal an das Publikum: „Bleibt uns treu, es
wird nicht leichter“
Denn keiner von beiden weiß wie es weiter geht, ob es weiter geht.
Was jedoch Erfolg versprechend sein könnte, denn da standen 2
Sänger auf der Bühne, die innerhalb kürzester Zeit eine
wahnsinnige Entwicklung durchlaufen haben, die beide gezeigt
haben, dass noch weit aus mehr Potential in ihnen steckt.
Stimmgewaltig und mit ihrer Bühnenpräsenz sowie ihrer Ausstrahlung
verstehen sie es die Massen zu fesseln und zum Toben zu bringen.
Wenn man ihnen jetzt noch – ohne Schubladendenken – Zeit lässt
ihren Weg zu finden, ist alles möglich!
weitere Fotos:
Tobias Regner
Mike Leon Grosch |