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A Tribute To John Lennon
Ein besonderer Konzert-Abend
Am
09.10.2005 wäre er 65 Jahre alt geworden. Am 08.12.1980 wurde er
vor seinem Haus in New York erschossen. Die Roc kmusik
verlor mit John Lennon einen seiner kreativsten und schillernsten
Persönlichkeiten.
25 Jahre ist das inzwischen her und man sollte meinen, diese Zeit
reicht aus, um zu verdrängen, um zu vergessen. Aber weit gefehlt.
Wie sehr sich selbst ganz junge Musiker auch heute noch mit dem
Vermächtnis von John Lennon beschäftigen, zeigte das John Lennon
Tribute-Konzert am 20.01.2005 im Kesselhaus der Berliner
Kulturbrauerei. Dort versammelten sich 14 Bands aus Berlin,
Dresden und Erfurt, um diesem großartigen Musiker zu gedenken und
seine Musik und seine Texte den Menschen in Erinnerung zu halten.
Es begann dann
allerdings leider etwas zäh.
Den Anfang machte Ten Stories High. Es ist nicht leicht, einen
solchen Abend zu eröffnen und mit Akustikgitarre und Gesang gab
sich dieses Duo wirklich alle Mühe, aber sie taten sich schwer und
auch die folgenden 4 Bands überzeugten leider nicht wirklich,
wirkten ein bisschen unbeholfen und beschränkten sich auf's reine
Covern von Lennon-Titeln, ohne sich zu bemühen, ihnen ihre
persönliche Note einzuhauchen. Die Band Traumflug wirkte dabei
sogar völlig fehl am Platz. Außerdem war die Absprache zwischen
den Bands leider eher schlecht, denn nach der 4. Version von "Come
Together" machte sich im Publikum eine gewisse Belustigung breit.

Die 5. Version von
"Come Together" war dann allerdings ein echter Hinhörer, denn den
lieferte die Band
"Frogcircus" , mit der endlich
musikalische Qualität in den Abend einzog. Sie waren innovativ und
mutig, stimmlich sehr stark und schreckten auch nicht davor
zurück, Lennon-Songs in Punkversionen zu präsentieren. Eine
wirkliche Überraschung und es machte Hoffnung auf die folgenden
Acts.
Mit
Kimono folgte die erste Band, die
auch auf dem
John Lennon-Tribute-Sampler "Give'm A
Chance" vertreten sind. Ihre Version von "Hey
Bulldog" war ein absolutes Highlight und mit großer
Professionalität und Showtalent waren sie auch die ersten des
Abends, die Entertainment auf die Bühne brachten. Die Moderation
und artistischen Einlagen des Frontmans waren witzig und es machte
Spaß, ihnen zuzusehen und zuzuhören.

Mit hoher Qualität
ging es weiter. Es folgten mit
Gardens End, Vermont und
Die Axone weitere auf dem
Tribute-Sampler vertretene Künstler, wobei Letztere für die
witzige Note des Abends sorgte. Ihre Unplugged-Version von "Dear
Yoko" war sehr kreativ und voller ironischer Zwischentöne.
Eine echte Entdeckung war kurz vor Schluss die
Band Toulouse. Sehr musikalisch,
melodiös, auf gutem Niveau und mit
originellen elektronischen
Einlagen ließen sie aufhorchen und auch schon Gehwillige wieder
umkehren.

Diejenigen, die
vorzeitig die Veranstaltung verlassen hatten, waren sowieso selber
Schuld, denn sie verpassten mit der Hardrock-Formation Jonathan
Hard den krönenden Abschluss eines abwechslungsreichen Abends.
Ihre Version von "All You Need Is Love" war schließlich einer der
ausschlaggebenden Punkte, warum sich Klaus Voormann zur Gestaltung
des Covers vom Tribute-Sampler "Give'm A Chance" bewegen ließ. Sie
rockten ordentlich das Kesselhaus und fegten auch den letzten
Staub von den ganz bestimmt nie alt werdenden Songs von John
Lennon.

Das Grand Finale
bestritten dann die beteiligten Künstler alle zusammen auf der
Bühne und die Gemeinschafts-Version von "Hey Jude" hallte auch
noch nach, als am Schluss das Publikum die Halle verließ.
Fazit: Mal die
musikalischen Fähigkeiten und die Qualität einiger beteiligten
Bands außen vor gelassen, war doch vor allem die Art und Weise
bemerkenswert, mit denen sich die meisten jungen Musiker ganz
offensichtlich mit der Musik von John Lennon auseinander gesetzt
haben. Da störte es auch nicht, dass einige Bands die Gelegenheit
nutzten, ihr eigenes Repertoire zu präsentieren und den einen oder
anderen selbst geschriebenen Song zu spielen. Ein schöner
Konzert-Abend, der – in einer passenderen Location – gut
wiederholt werden könnte. Leider war das Kesselhaus jedoch nicht
der richtige Ort. Die Veranstalter hatten sich zwar bemüht, mit
Projektionen an Mauerwerk und Leinwänden den Geist von John in den
Raum zu holen, aber das gelang nicht. Das Kesselhaus wirkte kalt
und steril und das richtige Feeling wollte sich nicht einstellen.
Das war schade – aber ich bin überzeugt, John hätte trotzdem
seinen Spaß gehabt.
Sabine Lenz
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