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„Leipzig zeigt Courage“
von Heike
Weiler
Was am
30.04.1998 als große Gegendemonstration zu einem geplanten
Aufmarsch der
NPD
in Leipzig begann, ist zu einer festen Institution geworden. Die
Initiatoren von „Leipzig. Courage zeigen.“ konnten wieder
zahlreiche Bands gewinnen um gemeinsam die Bürger aufzufordern
„Gesicht zu zeigen“. Und so kamen auch dieses Jahr am 30.04 wieder
ca. 10.000 Menschen zum Völkerschlachtdenkmal, die
unterschiedlicher nicht sein konnten, die jedoch alle gemeinsam
„Nein zu Nazis“ sagten. Die Initiatoren verurteilten die
Entscheidung der Gerichte, die die Demonstrationen der
Rechtsextremisten am 1. Mai in Leipzig gegen den Willen der Stadt
erlaubten. Sie riefen ebenso wie der Moderator die Besucher des
Festivals auf, sich am 1. Mai friedlich an den
Gegendemonstrationen zu beteiligen.

Musikalisch wurde die Veranstaltung dieses Jahr überwiegend von
deutschsprachigen Bands geprägt. Der Beginn verzögerte sich um ca.
eine halbe Stunde, dafür konnten die frühzeitig angereisten
Besucher den Soundcheck der Bands verfolgen. Der Platz vor der
Bühne füllte sich anfangs nur langsam, aber mit dem
Sonnenuntergang sah man, soweit das Auge reichte, nur Menschen. Es
wurde gefeiert, gesungen und getanzt.
Als erstes
betraten Christian Haase und Band die Bühne.
Es
folgte die Siegerband des Courage-Jugendfestivals vom Vortag „Sequoyah“.

Der Leadsänger
überraschte mit einer Stimme, die Tiefen erreichte, die einen in
Erstaunen versetzte und man sich fragte: Wo bitte hat diese Person
den entsprechenden Klangkörper dazu?
Den Preis für
ihren Sieg erhielt die Band in Form eines symbolischen Gutscheins
für eine CD-Produktion.
Danach
heizte „Bosse“ mit deutschem Rock ein. Er stellte Songs von seinem
gerade erschienen Album „Kamikazeherz“ vor. Auch wenn er im
Vorfeld als unbekannter Interpret mit Band gehandelt wurde, so
wurde Bosses Single „Kraft“ lautstark mitgesungen. Wir
fragten Bosse, warum er gerade an diesem Festival teilgenommen
hat. Bosse:
"Es ist gerade in Leipzig total wichtig auf die Straße zu gehen
und Kultur sowie gute Laune zu verbreiten
und zu zeigen, dass man Vollidioten
keine Chance lässt. In Leipzig
gibt es hier und da Bezirke wo so viele Nazis leben, dass man es
kaum noch aushalten kann. Deswegen ist so eine Veran-staltung für
die Stadt Leipzig total wichtig!"
Jugendliche
Besucher, die bei Bosse zu pogen angefangen hatten, waren jetzt
nicht mehr zu stoppen und es wurde gepogt was das Zeug hielt,

auch
wenn die Musik von „Cäsar
und
die Spieler“ mit ihren Geigern sowie
von „Die Zöllner Bigband“ mit deutsch-sprachigem Soul nicht
wirklich zum Pogen geeignet war.
Den Schluss
bildeten die „17 Hippies“ und „Such A Surge“.
Die
Veranstaltung endete gegen 0.00 Uhr.
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