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Bosse –
Interview in einer etwas anderen Location
Von
Heike Weiler, Interview:
Kim Weiler
Auch dieser 1.
Mai wurde wieder, ganz alternativ, auf dem Bad Gelände in Hannover
gefeiert. Viele Bands rockten an diesem sonnigen Sonntag das Haus,
so auch Bosse. Außerdem nahm er sich noch die Zeit für ein
Interview.
Es
ist schon eine eigenartige Location, dieses Bad Gelände, ein
stillgelegtes Schwimmbad. Die Bühne ist am Beckenrand aufgebaut,
der Innenraum ins Becken selbst verlegt und die Tribüne bildet die
Liegewiese. Man merkt den Leuten an, dass sie zum Maifeiern
gekommen sind, die Musik nur den Begleitrahmen bildet. Kaum einer
der Besucher verirrt sich vor die Bühne. Bosses Auftritt ist
vorbei, die nächste Band ist schon wieder am Start. Wir suchen uns
mit Bosse ein Plätzchen auf der Liegewiese, mitten unter den
Besuchern, in der Hoffnung dort sein eigenes Wort verstehen zu
können. Bosse wirkt angeschlagen, aber kein Wunder, in Leipzig
beim „Leipzig zeigt Courage Festival“ wurde am Vortag bis in den
Morgen gefeiert. So will er auch gleich nach dem Interview nach
Hause, Schlaf nachholen.
KW: „Wie geht
es dir?“
Bosse: „Mir
geht es eigentlich ganz gut. Allerdings habe ich noch etwas ’nen
Kater von gestern Abend. Ansonsten sind wir guter Dinge. Wir haben
30 Grad, liebe, süße Kinder und nette Menschen sind hier um uns
rum – mir geht’s hervorragend“ (Bosse grinst dabei ein ca.
1jähriges Mädchen an, dass sich zwischen uns geschoben hat und
neugierig in die Runde blickt.)
KW:
„Deine Musik ist z.Zt. ganz schön erfolgreich, hast du damit
gerechnet?“
Bosse: „Also
ich finde es nicht so unbedingt erfolgreich. Ich glaube es ist
noch ganz gesund! Ein paar Leute werden gerade darauf aufmerksam,
manche kaufen sich die CD’s oder besuchen meine Homepage. Die
Konzerte werden immer voller, außer manchmal“ ( Er wirft einen
Blick über das Bad Gelände. ) „Aber nö, gerechnet habe ich
nicht damit, kann und sollte man aber auch nicht. Ich finde, man
sollte grundsätzlich erst mal Musik machen und sehen was passiert.
Aber je mehr Leute meine Musik hören und toll finden, desto besser
finde ich das natürlich.“
KW: „Was ist
das für ein Gefühl jetzt so angesagt zu sein, um nicht wieder den
Begriff erfolgreich zu verwenden?“
Bosse: „Ein
gutes, weil ich jetzt die ganze Zeit im Namen der Musik unterwegs
bin. Ich kann jetzt genau das machen, was ich mein Leben lang
machen wollte. Reisen, Musik machen, mich mit Leuten darüber
unterhalten. Manchmal ist es zwar ein bisschen anstrengend, aber
grundsätzlich ist es einfach ein toller Beruf.“
KW: „Du
schreibst deine Texte selbst. Was ist es da für ein Gefühl, wenn
die Leute deine Songs jetzt mitsingen?“
Bosse: „ Das
ist ein sehr schönes Gefühl. Das ist, glaube ich, das größte
Kompliment was man bekommen kann! Es ist ja schon ein riesiges
Kompliment, wenn Leute überhaupt zu hören und sich damit
beschäftigen und Fragen dazu haben. Aber wenn sie mitsingen, dann
ist das natürlich das aller Beste was passieren kann. Denn dann
haben sie es eben so oft gehört oder gelesen, dass sie es einfach
mitsingen können.“
KW: „Du hast
gesagt, du bist jetzt viel unterwegs gewesen. Hast du dadurch neue
Inspirationen erhalten?“
Bosse: „Ich
finde reisen sehr inspirierend, vor allem, da man dann viel Zeit
hat. Genauer gesagt, vor jedem Interview und bei jeder Bahnfahrt
habe ich Zeit und das einzige was ich dann mache sind meine
Inspirationen aufzuschreiben. Man muss nur die Augen aufmachen,
denn alles inspiriert irgendwie.“
KW:
„Deine erste Single heißt „Kraft“, dazu hast du ein Video gedreht,
das viel gesendet wird. Der Videodreh war ein Low-Budget-Projekt,
würdest du das wieder machen?“
Bosse: (
ohne zu zögern ) „Ja, immer wieder! In der Vergangenheit habe
ich aus ganz, ganz vielen Sachen gelernt. Vor allen Dingen, dass
man nicht so viel Geld raus pulvern muss, sondern dass man mit
einer guten Idee, zwei, drei guten Leuten, sogar am besten noch
mit Freunden, so wie es in meinem Video war, ein schickes Video
drehen kann, was auch für die Fernsehsender interessant ist. Ich
habe auch keine Lust mehr so viel Geld dafür raus zu hauen.
KW: „Dein
Album „Kamikazeherz“ ist draußen, deine nächste Single geplant.
Wie sieht es mit einer eigenen Tour aus?“
Bosse: „Eine
eigene Tour kommt im Herbst. Es sind bislang 32 Städte in Planung,
es werden jedoch noch mehr. Aber jetzt kommen erst einmal ein paar
Festivals. Damit geht es dann fast bis Weihnachten durch. Alle
aktuellen Termine stehen auf meiner Seite
www.bosse-rockt.de unter ON
TOUR.“
KW: „Du hast
auch schon im Rockpalast gespielt. Was war das für ein Gefühl für
dich dort zu spielen, was ja schon so etwas wie eine kleine
Legende bedeutet.“
Bosse: „Es war
ein großes Kompliment dort spielen zu dürfen. Wir hatten damals
noch gar nichts veröffentlicht, aber da eine Band ausgefallen ist
und wir beim Rockpalast schon auf der Warteliste standen, wurden
wir eingeladen. Und es war toll!“
KW:
„Gestern war „Leipzig zeigt Courage“. Warum hast du gerade an
diesem Festival teilgenommen?“
Bosse:
"Es ist
gerade in Leipzig total wichtig auf die Straße zu gehen
und Kultur sowie gute Laune zu verbreiten und zu zeigen, dass man
Vollidioten keine Chance lässt. In Leipzig gibt es hier und da
Bezirke wo so viele Nazis leben, dass man es kaum noch aushalten
kann. Deswegen ist so eine Veranstaltung für die Stadt Leipzig
total wichtig! Außerdem finde ich solche Veranstaltungen generell
gut und leiste gern meinen Beitrag dazu. Ganz nebenbei habe ich so
noch das Glück vor einer Menge Leuten zu spielen.“
KW: „Danke für das Interview. Hast du zum Schluss noch
irgendetwas, was du noch unbedingt loswerden möchtest?“
Bosse:
( grübelt)
„Nö, ich kann nur sagen, Vielen Dank.“
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